Claus van Bebber - Schallplatten
Erhard Hirt - Live - Elektronik & Gitarre
Ausgehend vom musikalischen Selbstverständnis eines Schlagzeugers und eines Gitarristen definieren Claus van Bebber und Erhard Hirt in ihrem Duo ihre Rollen neu: Schallplatten sind das Ausgangsmaterial für den Einen - Mischpult und Klangprozessoren Mittel für den Anderen um dichte assoziative Geräusch-Klanglandschaften und energetische Hörbilder zu erschaffen.
Beide Musiker kennen sich bereits sehr lange, haben aber erst in diesem Jahr zu einem Duo zusammengefunden. Eine erste Langspielplatte (Vinyl!) ist auf AufAbwegen erschienen.
VERÖFFENTLICHUNGEN
Reviews
| Ausschnitte aus TEFITON LP-Produktion Anthropometrics, Anthro 01, LP | ||
| IRL | (2.02) | 960 KB |
| Frognose | (2:52) | 1,3 MB |
| JADA | (Ausschnitt 1:58) | 936 KB |

ReviewLP Review Bad Alchemy: Das Auf-Abwegen-Sublabel in Köln setzt seine mutige Improvinylreihe fort mit der turntablistisch-live-elektronischen Begegnung von Claus van Bebber (*1949) und Erhard Hirt (*1951), zwei ansonsten im NurNichtNur-Zirkel präsenten Musikern, die gerne den Propheten des Rauschens am Bart zupfen. Hirt‚ "eigentlich" Gitarrist und 1984 Mitbegründer des King Übü Orchestrü, ist als Klanginstallateur und Performer aktiv wie eh und ja, mit Peter van Bergen, John Butcher, Lol Coxhill, Paul Lytton, Phil Minton, Dorothea Schürch u.a., sowie im Ensemble Echtzeit und dem Projekt Extended Guitars (w/ H. Tammen,N. Didkowsky, K. Rowe). Während van Bebber Schallplatten geräusch-, nicht collagenhaft, rotieren lässt, zapft Hirt diese Noisespuren an, um sie im Mischpult und mit Klangprozessoren zu frisieren. Es kreisen knurschige und schlierige Geräuschverläufe in-, durch- und übereinander, das gerillte Vinyl ist meist noch halbwegs gut erkenntlich als Quelle knackender und prasselnder Klänge und als Drehmoment spiraliger Verschleifungen, die in polymorpher Monotonie den Raum durchschauern. Bei ‚Monir‘, mit gut13 Minutender längste Track, mischt sich noch Ulrich Krieger (*1962, Freiburg) mit einem minimalistisch gesummten Tenorsaxophonton ein in eine Symphonie des sanft mäandernden Dröhnens, zwar schwer von Vinylknacksern ‚gestört‘, aber mit einem einnehmenden Singsang wie von nasalem Nagaswarangetröte oder auch von sägenden E-Gitarren gedämpft im Hintergrund. Gerade das Hintergründige, Vage und schwer zu Deutende in dieser mehrstimmigen Merkwürdigkeit, das wie von weither ins Ohr sintert, macht die Faszination aus. (Rigo Dittmann)
LP - online review by Massimo Ricci
Two important activists in the German scene of electroacoustic improvisation, Van Bebber and Hirt chop and munch big chunks of sound - generated by themselves via records, electronics and guitar - to achieve a beautiful balance of low-budget dadaism and captivating repetition; think Zoviet France and Christian Marclay meeting for a coffee and deciding to have all the bar's patrons participating to the music born from that conversation. Van Bebber's work with records is intelligently unpredictable, clicks and skips alternating to locked grooves like the ones in the final track "Monir", a fetching hypnotic piece featuring tenor saxophonist Ulrich Krieger as a guest. Hirt's profile is less noticeable but equally effective: he provides the large part of this creature's heartbeat via mesmerizing superimpositions of semi-cosmic irrational lines, sheer noise and brain-twisting trips through disorientating turbulences. Although an old fashioned vinyl LP, "Tefiton" is nevertheless a quite forward-looking release, well worth of the effort of pursuing it. http://spazioinwind.libero.it/extremes/touchinghome.htm
TEFITON SEIDL
NUR/NICHT/NUR
(Klaus Hübner / Neue Zeitschrift für Musik 4 - 08)
Konzertbesprechnung:
24.Sept. 2005: Festival Frei Improvisierter Musik / Blaue Fabrik, Dresden
Eine silberne Aura über dem Plattenteller am Klavier
... Dann übernimmt das in der Szene als „Das Gehirn Gottes oder Gegenteil von Ray Charles“ bekannte Duo mit Erhard Hirt und Claus van Bebber den Raum. Sie generieren sehr ernsthaft ein einziges nun völlig abstraktes Stück. Ferne Welten, Reden stehender Dynamos werden hörbar. Eine silberne Aura ersteht, Maschinenstaub dröhnt. Van Bebber spielt Platten ab, arbeitet als DJ einer wirklich phantastischen Disco. Drei Plattenspieler, je ein Hammer. Und Hirt, der Andrea Neumann der Gitarre, zeigt, wie man diese wirklich spielt. Es ist das Paradies: Eine seiner Arbeitsstunden. Transmechanische Winde, Wegweiser eines neuen Bewusstseins, Hubschrauber ohne Ende, Osmose aus Neuronenenergie. Atomkraft pur. Das E-Werk tanzt, das Universum zirkuliert. ... (Oliver Schwerdt, Leipzig)